
Der wahre Hebel in der KI-Softwareentwicklung: Ein Gastbeitrag von André Hollstein
Die Renaissance des Requirements Engineers und warum Fach- und Führungskrfte bei der Software-Entwicklung eine Schlüsselrolle erhalten. Ein Gastbeitrag von André Hollstein, Leiter der Executive School der 鶹ý.

Ich mache mir schon seit lngerer Zeit Gedanken über die Frage, wie sich die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz in den nchsten Jahren auf die Produktivitt auswirken werden. Dabei habe ich festgestellt, dass nicht nur Fach- und Führungskrfte einem Wandel gegenüberstehen, sondern auch Rollen, bei denen das oftmals unterschtzt wird, wie die des Requirements Engineers. Wenn zukünftig hauptschlich KI-Agenten Code schreiben, Architekturen entwerfen und Tests automatisieren, gewinnt die Frage, WAS und WIE gebaut wird, an Bedeutung. Die Anforderungsseite hinkt oft hinterher – und genau dort entscheidet sich Projekterfolg oder -scheitern. Denn ohne saubere Anforderungen baut die beste KI das Falsche – nur eben schneller. Auch wenn das ein Paradigma der agilen Softwareentwicklung ist (Fail fast, learn faster), sind damit trotzdem Kosten und Aufwnde verbunden. Gartner prognostiziert beispielsweise, dass bis Ende 2026 rund 40 % der Enterprise-Anwendungen mit KI-Agenten integriert sein werden – gegenüber weniger als 5 % in 2025.
Wer nimmt welche Rolle ein?
Führungskrfte: Vom Manager zum Orchestrator hybrider Teams
Laut Egon Zehnder geben nur 20 % der Führungskrfte an, dass ihr Unternehmen die nötigen Fhigkeiten besitzt, um mit KI-getriebenen Vernderungen umzugehen. Der Zugang zu KI stieg 2025 um 50 %, doch nur 34 % der Unternehmen gestalten ihr Geschft tatschlich grundlegend um.
Die Führungskraft der Zukunft muss hybride Mensch-KI-Teams orchestrieren, den strategischen Rahmen setzen und eine Kultur schaffen, in der KI-gestützte Zusammenarbeit gelingt.
Fachkrfte: Domnen-Wissen wird in der KI-Zeit oft unterschtzt
Eine Studie der IESE Business School und KU Leuven zeigt: Unternehmen mit KI-Systemen suchen verstrkt nach Fach- und Führungskrften mit kognitiven und zwischenmenschlichen Fhigkeiten. Niemand kennt Prozesse, Schmerzpunkte und regulatorische Anforderungen besser als die Fachkraft. Dieses Domnenwissen ist der entscheidende Input, den KI-Agenten brauchen, um sinnvolle Lösungen zu produzieren.
Requirement Engineer: Vom Dokumentationsschreiber zum Orchestrator
Der Requirements Engineer übersetzt zwischen Fachbereich, Führungsebene und KI-System. Er strukturiert Anforderungen so, dass sie für Menschen und Agenten nutzbar sind und orchestriert Anforderungen. Ein Requirement Engineer fungiert in dem Sinne als Qualitts-Gatekeeper in einer Welt, in der Code schneller entsteht als je zuvor.
Fazit: Wenn KI-Agenten 80 % des Codes schreiben, bestimmen die verbleibenden 20 % – Anforderungen, Priorisierung, Domnenwissen, Stakeholder-Kommunikation – über 80 % des Projekterfolgs. Die Frage ist nicht, ob wir Requirements Engineers, Fachkrfte und Führungskrfte noch brauchen, sondern ob wir sie rechtzeitig für ihre neue Rolle befhigen können und den Produktivittsgewinn nutzen können.
Unter der Leitung von André Hollstein beschftigt sich die Executive School der 鶹ý seit Jahren intensiv damit, wie Unternehmen Künstliche Intelligenz strategisch nutzen können. In der Zusammenarbeit mit Führungskrften zeigt sich dabei immer wieder: Die größte Herausforderung ist nicht die Technologie selbst, sondern die Fhigkeit, sie richtig einzuordnen und in konkrete Entscheidungen zu übersetzen.
Genau hier setzen unsere Programme im Bereich Digitaler Transformation an. Sie befhigen Fach- und Führungskrfte, ihre Rolle in KI-getriebenen Organisationen aktiv zu gestalten:
Digital Product Management & Digital Marketing
Managing Digital Transformation
Data and AI-driven Strategy and Processes
KI für Führungskrfte: Treiber der Unternehmensstrategie
KI im Unternehmen: Rechtssicher, verantwortungsvoll und compliant einsetzen







